125 Jahre St. Lullus-Sturmius Bad Hersfeld
Pontifikalamt zum PATRONATSFEST
mit Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez
Sonntag, den 16. Oktober 2011
um 10.30 Uhr
St. Lullus-Sturmius Bad Hersfeld
anschließend herzliche Einladung zum Umtrunk in der Bücherei
Weihbischof Karlheinz Diez wird an diesem Tag die neuen Heiligenfiguren Lullus (Bild links) und Sturmius in der Messfeier feierlich segnen.
Lullus gründet das Kloster Hersfeld
Auf dem Weg unserer Kirche durch die Zeit nimmt Lullus einen herausragenden Platz ein. Als Nachfolger des Hl. Bonifatius auf dem Mainzer Bischofsstuhl (754-768) gründete er, da er das direkt dem Papst unterstellte Kloster Fulda, dem Sturmius als Abt vorstand, seiner Oberhoheit nicht unterstellen konnte, aus einer gewissen Eitelkeit, aus Konkurenzdenken und sogar Feindschaft gegen Sturmius im Jahre 769 das Gegenkloster Hersfeld. Er weiht es den Heiligen Aposteln Simon und Judas Thaddäus. Karl der Große nahm das Kloster unter seinen persönlichen Schutz und erhob es 775 zur Reichsabtei. Damit verbunden waren zahlreiche Vorrechte, wie zum Beispiel freie Abtswahl durch die Mönche, Befreiung von jeglicher bischöflicher und gräflicher Gewalt.
Es war außerdem wie Fulda direkt dem Papst unterstellt. 782 weilte Karl der Große in Hersfeld.
Zum Besitz des Klosters gehörten neben dem Gebiet, das etwa dem heutigen Kreis Hersfeld entspricht, auch weite Regionen in Thüringen. 193 Ortschaften, davon 134 in Thüringen mussten ihren Zehnten an das Lulluskloster abgeben.
Der Bischof von Mainz, Lullus, hielt sich nun oft in seinem Lieblingskloster Hersfeld auf, das er zu einem religiösen Mittelpunkt machte, indem er die Gebeine des Hl. Wigbert von Büraberg (bei Fritzlar) in einer Nacht- und Nebelaktion nach Hersfeld überführen ließ. Dadurch wurde das Kloster ein bedeutender Wallfahrtsort; die zahlreichen Pilger erhofften sich Hilfe vom Hl. Wigbert, dessen Wundertaten schon in Fritzlar für großes Aufsehen gesorgt hatten.
Durch die Opfergaben der Pilger und Zehnten wurde das Kloster reich, die Missionsarbeit dadurch erleichtert. Außerdem bildeten die Mönche eine geistige Führungsschicht heran. Die Konrad-Duden-Schule, die bis vor wenigen Jahrzehnten noch "Alte Klosterschule" hieß und von dem Franziskaner-Kloster am Neumarkt gegründet wurde, steht in der Tradition dieser frühen Bildungsarbeit der Mönche.
Im Jahre 786 starb Lullus. Er wurde auf seinen Wunsch hin in seinem Kloster Hersfeld begraben. Die Stiftskirche des Hl. Lullus ist nach der Kapelle des Hl. Sturmius eine bedeutende Etappe in der Geschichte der Kirche des christlichen Glaubens in Bad Hersfeld.
aus "Auf dem Weg durch die Zeit"
Festschrift 125 Jahre St. Lullus-Sturmius Bad Hersfeld
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